Sandra Ulrike Hauser

Wiederverzauberung

Die „Rück-“ oder „Wiederverzauberung“ der Welt ist DAS Thema der Metamoderne – der zeitlichen Epoche, die heute unter uns ihren Anfang nimmt.

Mystiker und Denker wie Meister Eckhart, Jakob Böhme, Alfred North Whitehead, Sri Aurobindo, Teilhard de Chardin, Joseph Campbell, Alan Watts, Ken Wilber, Roy Bhaskar, Paul Levy, Arnold Mindell u.v.m. sagen alle, jeder auf seine Weise:

Unsere Wirklichkeit ist ein Spiegelbewusstsein, das sich selbst träumt, um sich zu erkennen.

Manche verwenden für das göttliche Bewusstsein auch das Bild eines Computerspielers, der in eine Simulation einsteigt, um sich dadurch Fähigkeiten anzueignen, die er anders nicht lernen könnte.

In der entzauberten Welt projizieren wir alles Symbolische nach außen – in Kunst, Mythos, Religion, unsere Traumwelt – und glauben, wir selbst seien davon getrennt.

In einem Traum hat alles eine Bedeutung: Jedes Ding, jede Begebenheit, jede Person, jede Landschaft. Auch das Unangenehme, uns Feindliche, Böse müssen wir als Teil unseres Selbst erkennen. Alles hängt miteinander zusammen und alles ist Ausdruck unseres Unterbewusstseins.

Wenn wir auch im Wachzustand beginnen zu träumen, wird alles wieder lebendig, sprechend, geheimnisvoll.

Wiederverzauberung ist kein sentimentaler Rückfall ins Magische,
sondern ein erwachtes Wahrnehmen des Heiligen im Alltäglichen.

An die Mitträumer
Wir träumen, du und ich –
durch unterschiedliche Augen,
und doch denselben Traum.
Aus unseren Herzen
fließt die Welt,
aus unseren Blicken
formt sich ihr Gesicht.
Erinnern wir uns,
dass wir Mitträumer sind –
dann kehrt die Zauberkraft zurück!
Dann leuchtet alles wieder –
die Stimmen,
die Dinge,
der Wind,
und alles in der Welt verändert sich,
weil wir erwachen
in ihr.