Schattenarbeit

Der Schatten eines Menschen enthält nach C.G. Jung, was seinem positiven Selbstbild und seiner Darstellung nach außen entgegensteht und deshalb ins Unbewusste verdrängt wird. Nach außen sichtbar wird lediglich in Form von Projektionen, wie z.B. dem Hass auf Charaktereigenschaften eines anderen Menschen oder heftigen emotionalen Reaktionen, die in keinem adäquaten Verhältnis zur Situation stehen.

Schattenarbeit ist das Bemühen darum, sich diesem Unbewussten wieder bewusst zu werden, zu stellen und es auf eine gesunde produktive Art zu reintegrieren. Es bedeutet also eine intensive, unter Umständen bis an die Grenzen gehende Herausforderung, sich den dunklen, ungeliebten Stellen in den Tiefen unserer Psyche zu stellen, um sie schließlich liebevoll zu umarmen.

Die Kirchenväter und auch noch manche Seelsorger heute verwenden dazu seltener den Begriff „Schattenarbeit“, sondern sprechen von einem Kampf mit den Dämonen, den inneren, als auch den äußeren Mächten.

Es gibt umgekehrt jedoch auch den „goldenen Schatten“: Wenn mich etwas an jemandem übertrieben anzieht, weist das auf Aspekte und Potentiale in meinem eigenen Inneren hin, die noch nicht ausreichend im Außen gelebt werden.

Christlich integrale Autoren sehen diese Projektion des „goldenen Schatten“ auch am Werk, wenn wir unseren Anteil an der göttlichen Natur nach außen auf Jesus als den einzigen Gottessohn oder auch auf Heilige, die wir verehren, projizieren. Wir stellen diese Person/en auf einen hocken Sockel, so dass ihr Sein und ihre Taten uns unerreichbar erscheinen. Dadurch verunmöglichen wir paradoxerweise, ihnen ähnlich werden zu können, weil wir es insgeheim für unmöglich halten.

Mehr dazu findest du unter Christliche Schattenarbeit und Schattenarbeit in der christlichen Tradition.