5. Typen

Unter „Typen“ versteht man in der integralen Theorie Aspekte, die sich auf jeder Stufe und in jedem Zustand zeigen können: Zum Beispiel Charaktertypen wie das Enneagramm, die Myers-Briggs Typenlehre, die Unterscheidung Mann/Frau und andere. Diese bleiben in der Regel ein Leben lang gleich.

Mit „Typen“ beschäftigen sich integrale TheologInnen beispielsweise bei der Frage nach einer typisch weiblichen oder typisch männlichen Spiritualität oder einem weiblichen oder männlichen Gottesbild. Zudem sind sie sich darin einig, dass das Wissen um verschieden Charaktertypen, wie z.B. durch das Enneagramm, förderlich ist, um sich selbst und andere Menschen besser zu verstehen und damit auch lieben zu können.

In der Bibel finden wir mit den geistlichen Gaben eine weitere Typologie (siehe v.a. Röm 12 u. 1. Kor. 12). Es geht dabei also gerade nicht darum, jemanden für immer abzustempeln, sondern zu verstehen, dass sich jeder auf seine ganz eigene besondere Art und Weise entwickelt und dadurch zu mehr Akzeptanz zu gelangen. So wie eine kleine Buche, wenn sie wächst, zu einer großen Buche wird und eben keine Eiche. Das heißt, jeder entwickelt sich innerhalb seines Typs. Und gleichzeitig ist auch keine Buche ist wie die andere, jeder Baum bleibt einzigartig.

Manche Typologien sind leichter und schneller verständlich, manche erfordern ein wenig Einarbeitung. Selbst wenn du mit den dahinterstehenden Konzepten nichts anfangen kannst (z.B. weil du mit Esoterik/New Age nichts anfangen kannst/willst), können während der Beschäftigung plötzlich neue Erkenntnisse über dich selbst (oder andere) in dir aufkommen. Horch einfach in dich hinein, ob es Punkte gibt, mit denen du in Resonanz gehen kannst, die sich stimmig anfühlen und zu Klärung deines Charakters, deiner Neigungen oder Bedürfnisse beitragen. Es geht mehr um das intuitive Abgleichen von äußeren Bildern und Beschreibungen mit inneren Zuständen als um den Versuch, zu einer objektiven Beschreibung zu gelangen. (Weniger „Ich bin Enneagramm Typ 1 und deshalb mache ich das so und so“ als vielmehr „Ich erkenne in der Beschreibung von Enneagramm Typ 1 wichtige Aspekte meines Selbst wieder und lerne dadurch, diese zu akzeptieren und mit ihnen umzugehen“).

Wenn ihr als Team zusammenarbeitet, bietet sich v.a. das Enneagramm, das DiSG Modell oder die Meyer-Briggs-Typen an. Teilt die Ergebnisse eures Tests miteinander. Das Wissen um eure jeweiligen Typen kann euch dabei unterstützen, harmonischer und effektiver zusammenzuarbeiten. Nutzt auch die Chance, durch den Spiegel der anderen zu einer genaueren Einschätzung eures eigenen Typs zu kommen. Da gerade unsere blinden Flecken, also das, was wir an uns nicht wahrnehmen, der beste Hinweis für unseren Typ sind, liegen wir mit unserer Selbsteinschätzung häufig ziemlich daneben. Ein/e Begleiter/in kann daher äußerst hilfreich sein.

Mehr dazu findet ihr unter Typologien.

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