„Zustände“ sind neben Stufen, Linien, Quadranten (siehe unten) und Typen ein wesentliches Element der Integralen Theorie Wilbers.
Bisher haben wir von Entwicklungsstufen gesprochen, und von den (Lebens-)Bereichen (Linien), in denen diese Entwicklung stattfinden kann. Ist eine Ebene erreicht, sind wir dort – von Krisen abgesehen – relativ dauerhaft angekommen. Von diesen Stufen oder Ebenen zu unterscheiden sind die Zustände, in denen wir uns nur gelegentlich aufhalten.
Welche Bewusstseinszustände fallen dir spontan ein? Wachen? Tagträumen? Luzides Träumen? Das Sich-Selbst-Vergessen bei einer Tätigkeit oder gar ein mit anderen geteilter Flow? Tiefe Versunkenheit im Gebet? Erhöhte Achtsamkeit? Erweitertes, verändertes oder gedämpftes Bewusstsein durch Drogen? Eine Nahtoderfahrung oder eine Vision? All das gehört dazu. Tatsächlich weist unser Bewusstsein ein unglaublich breites Spektrum an möglichen Zuständen auf, die wir vermutlich nicht nur viel zu selten, sondern so gut wie gar nicht nutzen.
Einige kennen alle Menschen (z.B. Tiefschlaf), andere viele (z.B. Ekstase, Flow) und einige eher wenige (peak experiences, plötzliche Erleuchtung) oder sind schlicht wenig bekannt (Zeugenbewusstsein). Doch manchmal brauchen wir nur jemanden, der uns darauf hinweist, wie sich ein bestimmter Zustand anfühlt und was ihn auszeichnet, damit wir ihn bei uns wieder erkennen und gegebenenfalls reproduzieren können. Denn das Wissen um, Wahrnehmen und Hervorrufen bestimmter Zustände ist ein nie endender Lernprozess.
Diese besonderen Bewusstseinszustände lassen sich in drei Gruppen einteilen: Sie können 1. regelmäßig auftreten (Wechsel von Wachen oder Träumen), 2. bewusst herbei geführt sein (bewusstseinsverändernde Substanzen, Meditation), oder 3. plötzlich und unerwartet in unser Leben einbrechen, zum Beispiel als mystische Erfahrung.
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Zu Zustand-Stufen siehe auch Die fünf Stufen des Erwachens
