Warum dein Leben einem Computerspiel ähnelt

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Ist diese Welt eine Simulation?

Schon lange Zeit fragen mein Mann und ich das – wie das denkbar wäre und was das bedeuten würde. Nun hat ein Bekannter von mir mich auf eine Theorie hingewiesen, die genau mit dieser These so gut wie alles schlüssig erklärt: Die „BigToe (Theory of Everything) von Tom Campbell, einem Kernphysiker und Berater im Bereich Risiko- und Schwachstellenanalyse aus den USA.

Tom Cambell forscht schon lange zum Thema erweiterte Bewussteinszustände, außerkörperliche Erfahrungen, Fernwahrnehmung und zur Fähigkeit, die physische Welt durch bewusste Absicht zu verändern. 2003 veröffentlichte er die Buchtrilogie „My Big TOE“.

Was mich an dessen Theorie fasziniert, ist nicht nur ihre Fähigkeit, bisher unerklärliches, „paranormales“ Erklärbar zu machen und Sinn zu stiften – ihre Grundaussagen stimmen erstaunlich gut mit denen großer Mystiker und esoterischen Lehren überein. „Lila“ bedeutet auf Sanskrit „Spiel“ und ist mit der hinduistischen Vorstellung von Gott als einem Spieler verbunden.

Tom Campbells Theorie verzichtet jedoch bewusst auf Begriffe aus religiösen Traditionen, da diese häufig mit emotionalem Ballast und ungesunden Überzeugungen verbunden seien und stützt sich vor allem auf seine philosophische Argumentation und sein Wissen über die Funktionsweise des Bewusstseins und der Computerwelt.

Warum macht es Sinn, die Welt als eine virtuelle Realität zu denken?

Diese Vorstellung vereint viele verschiedene Auffassungen von der Welt, wie die von einer Maschine, einer Illusion, einem Traum, einem Spiel.

Sie bezieht sich dabei auf Konzepte, die erst seit der Existenz von Computern und Computerspielen überhaupt denkerisch möglich geworden sind. Damit greift sie nicht nur auf neueste Erkenntnisse der Menschheit zurück, sondern knüpft auch an die Erlebniswelt vieler, besonders junger Menschen an.

Einige philosophische Fragen werden damit gelöst, wie

  • zB. wie das immer noch währende Rätsel, wie Gehirn das Bewusstsein erzeugt (Bewusstsein erschafft und benutzt das Gehirn)
  • paranormale Fähigkeiten wie Telepathie oder Fernwahrnehmung erklärbar sind
  • die Beobachtung, das Bewusstsein auf die physikalische Welt einwirken kann
  • die Möglichkeit von freiem Willen.

„Alle zuvor diskutierten Probleme des Materialismus haben mit zentralen Fakten über das Bewusstsein zu tun: seiner Existenz (das „schwierige Problem”), seiner Rolle (in der Quantenmechanik), seinen Eigenschaften (freier Wille) und seiner Funktionsweise (das Paranormale).“

https://www.my-big-toe.com

Diese These könnte der alten Vorstellung vom Leben als einer Schule neuen Antrieb verleihen, neu gedacht als Challenge mit mehreren Gamern, die sich Avatare heraussuchen, um gemeinsam Abenteuer zu erleben und bestimmte Fähigkeiten zu trainieren.

Wie sich Menschen manchmal mit Absichten in Scheinwelten bewegen, um bestimmte Dinge zu trainieren (zB. Reaktionsgeschwindigkeit, Treffgenauigkeit), könnte sich auch unsere Seele absichtlich in diese virtuelle Realität (die „Matrix“) begeben, um etwas zu lernen. Diese Vorstellung teilen heute auch viele Menschen, die eine sogenannte „Nahtoderfahrung“ durchgemacht haben oder andere bewusstseinserweiternde Zustände erlebt haben.

Der wichtigste Satz von Campbells Theorie lautet: „Bewusstsein ist fundamental.“

Dieser Satz ist auch der erste Satz der Hermetik: Alles ist Geist.

Die Vorstellung ist, dass das Bewusstsein der Spieler ist, der sich außerhalb der virtuellen Realität befindet und von dort Entscheidungen für seine Figur trifft.

Die zweite Annahme ist: Es gibt Evolution und damit eine Richtung hin zu mehr Bewusstsein, Komplexität, Kooperation, Produktivität usw. durch die Senkung der Entropie. Wenn das nicht an integrale Theorie(n) oder Teilhard de Chardins „Omega-Punkt“ erinnert…

Wenn ihr Tom Campbell im Original anhören wollt, gibt’s hier eine Einführung von ihm in seine These: https://youtu.be/NWqxqOCoWVg?si=uJ6q-z8tIltkbOI7

Wie geht es dir mit dieser Vorstellung? Ist sie für dich – falsch/gewöhnungsbedürftig/schief, leuchtet sie dir auf Anhieb ein oder ist sie gar ein alter Hut für dich?

Image by Vilius Kukanauskas from Pixabay

2 Kommentare zu „Warum dein Leben einem Computerspiel ähnelt“

  1. Avatar von
    Anonym

    Unsere menschliche Vorstellung von einem Paradies ist ein Zustand ohne Mangel, ohne Probleme, ohne Hürden, ohne Leid. Und wir haben immer die Tendenz, Probleme, Reibungspunkte und Leid aus der Welt schaffen zu wollen (die komplette marktwirtschaftliche Innovationsökonomie basiert auf diesem Prinzip).
    Tatsächlich aber gehört es für mich zu einem der schwierigsten zu verdauenden Erkenntnisse, dass unsere Existenz hier nur *mit* all diesen Schwierigkeiten und Limitierungen Sinn macht. Denn echtes Wachstum (sowohl innerlich als auch äußerlich) geschieht vor allem im Kontext von bestehenden Beschränkungen, Hindernissen, Reibungen, und ja, auch Leid. Ziel unseres Lebens kann es darum nicht sein, diese los werden zu wollen. Sondern in ihnen und aus ihnen zu leben und an ihnen zu wachsen. In diesem Sinne macht für mich auch Tomas Campbell’s Sicht von dieser materiellen Welt als einem Lernlabor für sich ständig entwickelndes Bewusstsein sehr viel Sinn.

  2. […] wir einmal an, diese Welt und unser Leben sollte tatsächlich mehr einer Art aufregendem Computerspiel oder Simulation ähneln (nur mal gesetzt den Fall, dass…), könntest DU (also der Spieler hinter dem Spiel) bevor du […]

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