Die Auserwählten

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Die Serie über Jesus

Re-Post vom 20. April 2025

Von der Serie „The Chosen“ („die Auserwählten“) läuft derzeit der 1./2. Teil der 5. Staffel in deutschen Kinos. Ich habe mir den Film diesen Karfreitag angesehen. Das besondere an diesem langen Jesus-Film ist, dass er versucht, durch detaillierte Psychogramme der einzelnen Protagonisten filmisch erklärbar und fühlbar zu machen, was in Jesus, seinen Jüngern, aber auch seinen Feinden und Gegnern vorging.

Die Serie ist vom US-amerikanischen Filmemacher Dallas Jenkins ins Leben gerufen worden, aber mittlerweile eine kollektive Schöpfung vieler Menschen. Die Produktion gilt als Nr. 1 der crowdfunding-finanzierten Medienprojekte. Gedreht wurde der Film in den USA in Texas und kann auf einer eigens dazu geschaffenen App kostenlos angesehen werden.

Jesus selbst wird von Jonathan Roumie gespielt. Für ihn ist das ganz offensichtlich nicht nur irgendeine Rolle, sondern ein spirituelles Erleben. Nicht nur wurde er dadurch weltweit berühmt, sondern verband sich – als tief gläubiger Mensch, der regelmäßig betet, Bibel liest und fastet – selbst auf innigste Weise mit Jesus. Bevor er für die Rolle ausgewählt wurde, befand er sich selbst an einem Tiefpunkt seines Lebens, der ihn dazu brachte, sein Leben ganz in Gottes Hände zu geben:

„Ich habe buchstäblich mein ganzes Leben, meine Karriere und alles, was ich besaß und nicht besaß, Gott überlassen.“

Während er sich zuerst der Rolle unwürdig fühlte, wuchs über die Jahre der Dreharbeiten immer mehr sein Bewusstsein dafür, dass er dazu auserwählt sei, Jesus für die heutigen Menschen zu verkörpern. Während des Drehs hatte nicht nur er, sondern auch andere am Set spirituelle Erlebnisse, die sie die Nähe Jesus auf ganz neue Weise spüren ließen:

„Wenn ich auf all die Momente in meinem Leben zurückblicke, in denen Gott mir einen kleinen Vorgeschmack darauf gegeben hat, diese Rolle zu spielen, wird mir klar, dass dies seit meiner Kindheit, seit ich etwa 11 Jahre alt war, sozusagen für mich bestimmt war.“

Der Film wird von einigen dafür kritisiert, dass die Menschen wie Menschen von heute wirken und es wenig Stellen gibt, an die glaubenskritische Menschen andocken könnten: „Klischees treffen auf naives Glaubensbild“ titelt katholisch.de. „Jesus“ würde als der „nette Mann von nebenan gezeichnet.“

Dieser Kritik kann ich mich nicht anschließen. Warum sollten sich die Menschen von damals so arg von den Menschen von heute unterscheiden? Der Film zeichnet Petrus, Johannes und Maria ganz bewusst als Menschen wie du und ich, damit wir durch eine Identifikation mit diesen Rollen die Inhalte der Evangelien emotional so nahe an uns heranlassen können, dass sie uns berühren und verändern können.

Der Jesus, den Jonathan gibt, ist mehr als „nett“, er ist anziehend, liebevoll, tiefsinnig, humorvoll, achtsam und lässt uns erahnen, „warum die Menschen alles stehen und liegen lassen, um ihm zu folgen.“ (Zitat Produzent)

Natürlich basiert der Film auf einem traditionellen, evangelikalen Jesusbild. Dieses wirkt auf mich jedoch nicht künstlich oder aufdringlich aggressiv, sondern authentisch. Ich kann spüren, dass mich, die Macher des Films, die Schauspieler, die Zuschauer eines verbindet: Eine brennende Liebe zu Jesus, einem Botschafter Gottes, unabhängig davon, wie wir die Jesus-Nachfolge im Detail interpretieren, ob wir Jesus als den „einzigen Sohn Gottes“ bekennen oder als unseren spirituellen Meister annehmen.

Mir persönlich schien es beim Schauen des Films, dass dieses ganzes Projekt zunehmend transrationale Qualitäten angenommen hat, insofern es über das Medium Jonathan Roumie das Bewusstsein Jesu auf die Zuschauer überträgt, die wie der Schauspieler bereit sind, ihre Skepsis und ihren Zweifel loszulassen, um in Jesus Energiefeld einzutreten und ihm gleich zu werden.

Als die genialste, emotional dichteste Szene des Films empfand ich die, als nachts ein Jünger Jesus dabei beobachtet, wie dieser, als alle anderen schlafen, eine Geißel aus Stricken flicht.

Mit ihm zusammen stellen wir uns in der 5. Staffel die Fragen: Was mag in Jesus vorgegangen sein, als er sich heimlich darauf vorbereitete, im nächsten Tag in den Tempel zu gehen, um die Tische der Geldwechsler umzuwerfen, die Taubenhändler und die Opfertiere herauszutreiben?

Wie ging er mit seinen Ängsten um, wo er sicherlich bereits wusste, dass er damit seine Jünger vor den Kopf stoßen und die religiösen Autoritären offen angreifen würde? Und dieser Angriff weitreichende Folgen haben würde, für sein Leben, aber auch das seiner Jünger – und er es dennoch oder gerade deshalb tat?…

Was stimmte damals nicht mit der jüdischen Religion, in der Jesus aufwuchs (und später mit der Kirche, die Jahrhunderte später wieder in ähnliche Strukturen verfiel)? Und welche Rolle spielte Jesus dabei, das menschlich-religiöse Bewusstsein auf eine neue Stufe zu heben, jenseits von blutigen Opfern, Gesetzlichkeit, Korruption und geistlichem Machtmissbrauch?

Kennt ihr die Serie? Schreibt gern ein die Kommentare, was ihr für Erfahrungen damit gemacht habt.

Quellen:

The Chosen

https://www.thechosen.tv/en-us

https://www.christianpost.com/news/the-chosen-record-breaking-tv-series-about-jesus-debuts-worldwide.html

https://en.as.com/entertainment/jonathan-roumie-from-the-chosen-shares-his-testimony-n

https://www.katholisch.de/artikel/31022-telenovela-mit-jesus-die-streaming-serie-the-chosen

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